EIN LICHT IN DUNKLEN TAGEN.

Ein Streifzug durch die Geschichte der Gedenkkerze.

Die Kerze als Lichtspender begleitet unsere Zivilisation bereits seit mehreren Jahrtausenden, dabei hat sie ihre ursprüngliche Aufgabe, nämlich die Erhellung der Umgebung, schon seit geraumer Zeit verloren. Obwohl wir längst auf andere Formen der alltäglichen Beleuchtung (meist Elektrizität) zurück greifen erfreut sich die Kerze, aufgrund ihrer Rolle als Symbol, bis heute große Beliebtheit. Kerzenlicht erzeugt eine behagliche, stimmungsvolle Atmosphäre und ist Teil zahlreicher ritueller (Alltags-)Handlungen: so wird die Kerze bei freudigen Anlässen (z. B. auf der Geburtstagstorte) ebenso entfacht, wie in traurigen Situationen (Gedenken an einen Verstorbenen). Besonders das Grab- oder Gedenklicht ist ein, tief in unserer Gesellschaft, verwurzeltes Trauerritual. Begleiten Sie uns auf einem Streifzug durch die Geschichte der Kerze als Trauersymbol. 

 

DIE URSPRÜNGE DER KERZE UND WACHSZIEHEREI  

Historiker haben Belege dafür, dass die Erfindung der Kerze rund 5000 Jahre zurück liegt:  

Bereits damals wurde ein Docht (Funale) mit Stroh, Hanf oder Papyrus umwickelt und in Talg getaucht. Diese sehr einfachen Kerzen erzeugten jedoch sehr viel Ruß und brannten nur kurz. Erst die Römer entwickelten ab dem 2. Jahrhundert Kerzen, bei denen sie Papyrusrollen wiederholt in Bienenwachs tauchten – damit waren sie der modernen Kerze von heute bereits sehr ähnlich. Die so hergestellten Wachskerzen hatten eine längere Brenndauer, keinen üblichen Geruch und rusten weniger, dass sie auch in geschlossenen Räumen verwendet werden konnten.  

Kerzen wurden bereits in der Antike für religiöse Zeremonien verwendet und hatten somit seit ihrer Geburtsstunde auch eine symbolische Bedeutung, weit über ihren funktionellen Nutzen hinaus. Beim ersten Chanukka (jüdisches Lichterfest) wurden bereits 165 v.Chr. einfache Kerzen für die Tempelweihe verwendet. In der Bibel finden sich mehrere Hinweise auf die Verwendung von Kerzen, und Konstantin der Große verfügte im 4. Jahrhundert, dass bei christlichen Ostermessen Kerzen benötigt werden.

Im Mittelalter verfügte die Katholische Kirche, dass Kerzen, die religiös verwendet werden, nur mehr aus Bienenwachs bestehen dürften – sozusagen ein Reinheitsgebot für Kerzen. Das machte einerseits Bienenwachs im mittelalterlichen Europa zu einem der wichtigsten Handelsgüter, und sorgte andererseits für die Gründung der ersten Zünfte von Wachsziehern und Kerzengießern.  

1061 ist die erste Innung der „Lichtzieher“ in Frankreich bekannt, in Österreich waren es vor allem die Wachszieher- und Lebzelter, die Kerzen bester Qualität aus Bienenwachs herstellten.  

So ist zum Beispiel in der oberösterreichischen Gemeinde Weyer im Traunviertel die Arbeit des ersten Wachsziehers 1418 urkundlich belegt. Dieser Wachszieher legt den Grundstein für eine lange Tradition der Kerzenerzeugung in Weyer, für die noch heute das Traditionsunternehmen Hofer Kerzen für die Produktion hochqualitativer Kerzen steht. Rückblickend auf eine 600jährige Firmengeschichte hat das Unternehmen alle Entwicklungsetappen der Kerzen-Herstellung historisch erlebt und gelebt.  

1823 erwirbt Rupert Hofer diese Wachszieherei und so wird sein Name zum österreichischen Synonym für höchste Kerzen-Qualität.  

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