Der Tod ist Teil des Lebens – 
das Sprechen über Vergänglichkeit.

Vanitas vanitatum et omnia vanitas. Dieser bekannte Sinnspruch, nach dem biblischen Prediger Salomon, kann übersetzt werden mit „Eitelkeit der Eitelkeiten und alles ist eitel, bloßer Schein“.

Gemeint ist, vergeblich mit unserer eigenen Endlichkeit umzugehen: Versuchen wir gegen die Vergänglichkeit anzugehen, sie „festzuhalten“, endet das stets in leerem Schein. Die „Vanitas“ als jüdisch-christliche Vorstellung der Vergänglichkeit allen Irdischen multipliziert sich kulturgeschichtlich durch alle historischen Epochen und ist Bestandteil vieler philosophischer Überlegungen und künstlerischen Auseinandersetzungen. Die verschiedenen Darstellungen gehen weit über religiöse Begriffe hinaus: Auch die spätmittelalterliche, heute noch sehr bekannte, Darstellung, nämlich der „Totentanz“, entspringt dieser Vanitas-Tradition. Kaum wo wird die Macht des Todes, auch über das Leben, so erzählerisch, spielerisch und doch düster, bildlich veranschaulicht, wie in Totentanz-Gemälden.

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergänglichkeit ist also etwas, das uns Menschen schon immer begleitet. Das Wissen um unsere Endlichkeit und die Reflexion darüber scheint sogar integraler Teil des Mensch-Seins selbst zu sein. Trotzdem wird gerade in der jüngeren Vergangenheit die konkrete Auseinandersetzung mit Krankheit, Sterben, Tod und Trauer gemieden, weggeschoben oder sogar tabuisiert. Oft wird eine Beschäftigung damit erst dann „zwangsweise“ akut, wenn es eine:n Angehörige:n (durch einen Trauerfall), oder einen selbst (durch eine Diagnose), betrifft.

Dieser Tendenz des Schweigens möchten wir mit dem neuen Magazin „VERGÄNGLICH“ entgegenwirken: Wir geben den Themen Krankheit und Pflege, Sterben und Tod, sowie Bestattung und Trauerarbeit umfassend Raum.

In „VERGÄNGLICH“ wird stets respektvoll, aber immer offen, über die Prozesse des Sterbens, dessen medizinische, psychologische und persönliche Begleitung, sowie die Organisationsaufgaben und Wahlmöglichkeiten bei Bestattungen berichtet. Zudem wird auch Platz geschaffen für die Betrachtung von historischer und aktueller Trauer- und Sepulkralkultur, ob in kunst- und kulturhistorischen Werken oder durch persönliche, emotionale Erlebnisse.

Der Tod ist Teil des Lebens, das Sterben ein individueller Prozess und das Sprechen darüber kann (wieder) in unser Alltags- und Lebenskultur verwurzelt werden.

In diesem Sinne: Memento mori, Carpe diem.

Ing. Eva-Maria Scheiber BA
Chefredakteurin

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